Oberhallau: Rennpremiere mit synthetischem Benzin

SCHRITT AN DIE ÖFFENTLICHKEIT - Beim Bergrennen Oberhallau zeigt eine prominente Projektgruppe eine der Möglichkeiten von synthetischem Treibstoff auf. Zu diesem Zweck absolvieren Marcel Fässler, Beni Hotz und Neel Jani Demofahrten in Rennsportwagen.

Initiant des Projekts zur Entwicklung und Verbreitung eines synthetischen Treibstoffs ist Markus Hotz, früherer Rennfahrer und Gründer der Horag Hotz Racing AG in Sulgen. Mit dem aus der Formel 1 und IndyCar-Serie als genialer Motorenbauer bekannten Ingenieur Mario Illien konnte der Thurgauer einen stets zukunftsorientierten Techniker dafür begeistern. Auch Unternehmer und Mäzen Fredy Lienhard unterstützt das ehrgeizige Projekt.

Premiere vor Publikum
Beim stets gut besuchten Bergrennen in Oberhallau vom 27. und 28. August 2022 tritt die Projektgruppe erstmals an die Öffentlichkeit. Ziel und Zweck der Übung ist es, eine hierzulande kaum bekannte Brennstofftechnologie einem grösseren Publikum näherzubringen. Dazu eingeladen sind Politiker und Leute mit verschiedenem Interesse an diesem Thema.

Die Rennprofis Marcel Fässler und Neel Jani sowie Benjamin Hotz werden verschiedene Ligier-Rennfahrzeuge, deren seriennahe Motoren mit dem neu entwickelten synthetischen Benzin zum Laufen gebracht werden, bergauf bewegen.

So gut wie normales Rennbenzin
Es handelt sich zwar um reine Demonstrationsfahrten ausser Konkurrenz, trotzdem werden die beiden Le Mans-Sieger und der am Sonntag für Fässler einspringende Sportwagenpilot Benjamin Hotz mit den eigentlich für Rundstreckenrennen konzipierten Sportprototypen die 3000 Meter lange Strecke bestimmt in flottem Tempo zurücklegen.

Markus Hotz: „Unsere revolutionäre Aktion soll zeigen, was der uns ab diesem Jahr zur Verfügung stehende Treibstoff kann. Er ist aus erneuerbaren biogenen Stoffen hergestellt und kann auch in bestehenden Rennfahrzeugen ohne mechanische Änderung verwendet werden.“

Beni Hotz im Cockpit des Ligier-Peugeot-Turbo, assistiert vom umtriebigen Papa Markus Hotz. Sie zeigen, was möglich ist.

Für den Alltag und die Rennstrecke
Auch wenn bereits seit längerem an synthetischen Brennstoffen geforscht werde, wisse die breite Öffentlichkeit noch wenig darüber, welche Möglichkeiten in dieser neuen Technologie stecken, argumentiert die Projektgruppe.

Ihr nicht aus fossilen Quellen stammender Treibstoff für Ottomotoren besteht aus 100% regenerativen biogenen Stoffen. Die Schweiz ohne eigene Rundstrecke könne daher unter Umständen mit kleinen zur Verfügung stehenden Brennstoffmengen entsprechend den FIA-Regularien vollwertige Bergrennen oder Slaloms durchführen.

Zudem könnte das bis gegen 85% CO2-neutrale Benzin mit einer Klopffestigkeit von 97,5 ROZ die Energiewende in Bereich Mobilität mit Verbrennungsmotoren ohne neue Tankstellen-Infrastruktur umgehend unterstützen. Der Preis wird sich im unteren Bereich handelsüblicher Rennbenzine bewegen.

Etwas machen, nicht nur reden
Das Projekt wird von renommierten Wissenschaftlern und Automobil-Experten begleitet. Nebst den bereits erwähnten Petrol Heads Hotz, Illien und Lienhard gehören Christian Bach von der EMPA und Prof. Dr. Andreas Herrmann vom Institut for Mobility der Universität St. Gallen zu den Mitwirkenden.

Alle Beteiligten – auch die in Oberhallau teilnehmenden Le Mans-Sieger und Langstrecken-Weltmeister Fässler und Jani – engagieren sich aus persönlicher Überzeugung und auf eigene Rechnung. Ihr gemeinsames Motto lautet: “Etwas machen, nicht nur reden.“

- Peter Wyss

Oberhallau: Rennpremiere mit synthetischem Benzin
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